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Erdbeben in Euforia – THW-Großübung in Wesel
15. October 2009 Veröffentlicht in: Blog
Erdbeben in Euforia - THW-Großübung in Wesel
Vom 8. bis 10. Oktober war die Region Wesel (NRW) der Schauplatz einer multinationalen Großübung unter Beteiligung des Technischen Hilfswerks. Wir waren mit der Kamera vor Ort, um die Übung zu dokumentieren.

Angenommen wurde ein Erdbeben der Stärke 6,9 in der “Freien Republik Euforia”. Auf dem Gelände der THW-Geschäftsstelle bei Wesel befand sich das “Epizentrum”, eine anspruchsvolle Übungsstrecke, die von THW-Helfern über Wochen vorbereitet wurde. Rund 400 Tonnen Beton wurden verwendet, um ein realistisches Trümmerfeld für die Einsatzkräfte zu gestalten.

Hauptziel der Übung war es, eine neue multinationale Teamstruktur bei Katastrophen-Einsätzen zu erproben. So nahmen neben der Schnell-Einsatz-Einheit-Bergung-Ausland (SEEBA) des THW auch Einsatzkräfte aus den Niederlanden, Malta und Großbritannien an der Übung teil.

Die insgesamt 110 Helfer erwartete ein Programm, wie es bei einem realen Einsatz stattfinden würde. So wurde zunächst auf einem regionalen Flughafen in der Nähe die Einreise ins Bestimmungsland unter fachkundiger Beteiligung der Bundespolizei durchgeführt. Anschließend errichteten die Einsatzkräfte zunächst die “Base of Operations” – eine kleine Zeltstadt, von der aus alle Einsätze koordiniert und überwacht werden. Außerdem befinden sich hier auch die Unterkünfte der Helfer, sowie die medizinische Versorgung.

Parallel begab sich ein kleines Erkundungs-Team zur Einsatzstelle, um die Lage zu sondieren und die Prioritäten für die anrückenden Bergungsspezialisten festzulegen. Für ein realistisches Ambiente sorgten neben den Trümmerstellen auch einige ehrenamtliche Helfer der THW-Bundesschule in Neuhausen, die in verschiedenen Rollen die sogenannten “Locals” verkörperten und die Einsatzkräfte auch emotionalem und psychischem Druck aussetzten.

Danach begann noch in der Nacht die eigentliche Bergungsarbeit. Mehrere Teams aus Deutschland, Malta und den Niederlanden gruben sich an verschiedenen Stellen durch die Schuttberge. Rettungshunde erschnüffelten “Überlebende” in den Trümmern. Ohne Unterbrechung ging es rund 40 Stunden mit Bohrhammer, Meißel und manchmal auch mit bloßen Händen zur Sache, bis am Mittag des 10. Oktober die Übung schließlich mit der Einspielung eines Nachbebens und einer darauffolgenden kontrollierten Evakuierung des Einsatzgebiets endete.

Unser Kameramann Hartmut Schotte war während der gesamten Übung vor Ort und dokumentierte das Geschehen. Aus dem gesammelten Material wird nun in der nächsten Zeit ein kurzer Film über die Übung entstehen.

Weitere Informationen erhalten Sie auch direkt auf der Internetseite des Technischen Hilfswerks.